Einer der gefährlichsten Winde der Welt - Mistral

Der Golfe de Lion gilt als eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt. Grund dafür ist der Mittelmeerwind Mistral, der das Rhône-Becken zum Schwung holen nutzt.

Steckbrief

auch bekannt als: Maestral, Maestrale

Art des Windes: Fallwind

Vorkommen: Golfe de Lion, Korsika, Sardinien, hier insbesondere die Straße von Bonifacio und der Golf von Cagliari, teilweise Balearen

Jahreszeit: Am ausgeprägtesten im Frühjahr und Herbst, speziell im Februar; Mistral kann aber das ganze Jahr wehen

Windstärken: 4 bis 7, in Böen 8 bis 9 Beaufort *** Check

Windrichtung: Nordwest, östlich von Marseille West

Anzeichen: Sternenklare Nacht, tiefblauer Himmel, leicht ansteigendes Barometer, sehr klare Luft.

Alarmzeichen sind über den Bergen aufziehende Altocumulus Lenticularis (linsenförmige Wolken). Auf See kann sich der Mistral auch durch kurze, steile Wellen aus westlicher Richtung ankündigen, die dem Wind vorausgehen.

Wer seglerische Grenzerfahrungen sucht, muss nicht bis Kap Hoorn reisen: Wenn im Golfe de Lion Mistralwetterlage herrscht, bleiben auch erfahrene Segler lieber im Hafen.

Grund für diesen rauen Wind, der im Frühjahr Orkanstärke erreichen kann, ist das Zusammenspiel aus Großwetterlage und einer geographischen Besonderheit. Herrscht hoher Luftdruck über dem Atlantik und liegt gleichzeitig ein Tief auf der Region um Genua, fließt zum Druckausgleich klare, kalte Luft gen Süden. Diese Luftströmung trifft auf ein Gebirgsmassiv, in dem eine Lücke klafft: das Rhône-Becken. Es wirkt wie ein Beschleunigungskanal für die Luftströmung, die am Golfe de Lion über das Küstengebirge auf das Wasser stürzt und sich von dort aus nach Südosten ausbreitet. Der Mistral weht mit solcher Wucht, dass er teils noch bis weit über 100 Kilometer auf dem offenen Mittelmeer zu spüren ist. Trifft der Mistral direkt an der Küste noch trocken und klar ein, nimmt er auf seinem Weg über das Meer immer mehr Feuchtigkeit auf und bringt Niederschläge. Auch Segler im Seegebiet um Korsika und Sardinien können ein Lied vom Mistral singen: In der Straße von Bonifacio kann er, zusätzlich beschleunigt durch den lokalen Düseneffekt, bis zu 40 Knoten erreichen.

Woran man den Mistral erkennt

Bei bestimmten Wetterlagen ist das Auftreten eines Mistrals so sicher wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Typisch sind hoher Luftdruck über der Biskaya und ein Tief über Italien mit einem Luftdruckunterschied über 15 Hektopascal. Um diesen Druckunterschied auszugleichen, strömt kalte Polarluft in den Mittelmeerraum. Diese trockene Luft sorgt für einen klaren, tiefblauen Himmel und sehr gute Sicht. Wenn über den Bergkuppen linsenförmige, weiße Wolken aufziehen, ist höchste Vorsicht geboten; denn diese Wolken sind ein Signal dafür, dass Luftmassen ein geographisches Hindernis (in diesem Fall Berge) überwinden müssen. Vor den Fallböen, die bald darauf die Berghänge hinunterfegen, sollten sich Segler schnellstmöglich in Sicherheit bringen.

Was bei Mistral zu tun ist

Ganz klar: Wenn Sie im Hafen sind, bleiben Sie dort. Oder suchen schnellstmöglich einen auf. Dort bleiben Sie so lange, bis die offizielle Sturmwarnung des französischen Wetterdienstes aufgehoben ist. Denn der über die Berghänge fauchende Mistral macht so manche idyllische Ankerbucht zum schäumenden Hexenkessel. Auf dem Wasser baut sich eine steile, unregelmäßig brechende Welle auf, die es zusätzlich zum Wind noch schwieriger macht, das Boot vernünftig auf Kurs zu halten. Geschwindigkeitsritte vor dem Wind sollten Sie Skippern überlassen, die durch langjährige Erfahrung in dem Revier eine Art sechsten Sinn für die Kraft des Mistrals entwickelt haben.

Wetterberichte

Der zuverlässigste und aktuellste Wetterbericht stammt vom französischen Wetterdienst und wird von den lokalen Küstenfunkstellen der Seenotrettung CROSS La Garde ausgesendet. Die Seewetterberichte werden über Kanal 16 angekündigt und dann auf Kanal 79 oder 80 verbreitet. Sie folgen immer dem gleichen Muster: Synopsis und Entwicklung, Tagesvorhersage, Nachtvorhersage, Aussicht für die nächsten 24 Stunden.

Achtung: Die Vorhersage erfolgt auf Französisch, sodass die wichtigsten französischen Fachvokabeln bekannt sein sollten.

 

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